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Meldung vom 04.10.2012

Wer ausbildet, darf nicht der Dumme sein - AWO-Kreisvorstand im Gespräch mit Seniorenzentren

Bild: AWO Seniorenzentrum FreilassingDie Leiter der Seniorenzentren der Arbeiterwohlfahrt in Laufen und Freilassing trafen sich vor kurzem zu einem Gespräch über aktuelle soziale Themen mit dem AWO-Kreisvorstand in der Begegnungsstätte im Piding Haus der Vereine. Ehrenamtliche und Hauptamtliche der AWO zeigten sich dabei einig in der Forderung nach einer Ausbildungsumlage und der Wiedereinführung der gebührenfreien Ausbildung im Pflegebereich und diskutierten Vorschläge zur Nachwuchsgewinnung für soziale Berufe.

„Unsere Einrichtungen engagieren sich sowohl bei der Ausbildung als auch bei der beruflichen Qualifizierung mit aller Kraft“, berichteten Johann Schauer vom AWO-Seniorenzentrum Laufen und sein Freilassinger Kollege Andreas Weis. Die Rahmenbedingungen dafür sind in Bayern allerdings nicht optimal: die Kosten für die Ausbildung verteuern nur bei den Ausbildungsbetrieben die Kosten. „Wer ausbildet, hat damit einen Wettbewerbsnachteil gegenüber denjenigen, die sich dieser Aufgabe entziehen und einfach später qualifizierte Kräfte abwerben“, stellten die Einrichtungsleiter dar.

„Wer ausbildet, darf nicht der Dumme sein“, waren sie sich mit der AWO-Kreisvorsitzenden Isabella Zuckschwerdt einig. Deswegen setzen sie sich gemeinsam für die Einführung einer Ausbildungsumlage für den Pflegebereich ein: „Damit werden nicht nur die Lasten der Ausbildung fair verteilt, sondern auch ein Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege geleistet“. Einen weiteren Vorschlag sprach der stellvertretende Kreisvorsitzende Roman Niederberger mit der Wiedereinführung der gebührenfreien Ausbildung für Altenpfleger an. „Insbesondere nach dem Wegfall des Zivildienstes sind wir dringend auf Menschen angewiesen, die sich erst nach einer anderen Ausbildung oder Berufstätigkeit für die soziale Arbeit entscheiden. Gerade für sie muss diese Entscheidung auch wirtschaftlich machbar sein“, stellte er fest.

„Wir freuen uns über das sehr große Interesse, dass nicht nur junge Menschen im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres und des Bundesfreiwilligendienstes unseren Einrichtungen entgegenbringen“, berichtete Johann Schauer. „Trotzdem fehlt es den sozialen Berufen und insbesondere der Pflegetätigkeit weiter an gesellschaftlicher Wertschätzung“, meinte Andreas Weis. „Ein Grundbaustein dafür ist eine angemessene Bezahlung – und dafür brauchen wir endlich einen verbindlichen Branchentarifvertrag Soziales“, forderten die Vertreter der AWO im Berchtesgadener Land. Die von der AWO-Landeskonferenz in Schweinfurt einstimmig verabschiedete Resolution „Gut pflegen! Ein Bekenntnis zur Qualität“ zeige hier die richtigen Wege von einer Reform des Begriffs der Pflegebedürftigkeit bis zur besseren Personalbemessung für Pflegeleistungen auf. Die konkreten Vorschläge der Arbeiterwohlfahrt für eine bessere Pflege lassen sich ab sofort auch auf der Internetseite www.awo-bgl.de nachlesen.


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